Gustav Klimt (1862 – 1918)

Der Maler Gustav Klimt wurde 1862 in Österreich bei Wien geboren. Seine Eltern waren der Goldgraveur Ernst Klimt und seine Frau Anna Rosalia. Er war eines von sieben Kindern und zwei seiner Geschwister waren später ebenfalls als Künstler tätig. Er wuchs in unsteten und ärmlichen Verhältnissen auf. Als er elf war, brach der Aktienmarkt zusammen, was das Ganze noch schlimmer werden ließ. Ein Jahr später verstarb seine jüngere Schwester. Sein künstlerisches Talent schien gewissermaßen der einzige Ausweg aus der Misere zu sein. Mit 14 wurde er gemeinsam mit seinem Bruder auf der Wiener Kunstgewerbeschule aufgenommen. Klimts individueller dekorativer Stil entwickelte sich und mit der Zeit wurde er finanziell unabhängiger.

Im Alter von 30 Jahren musste er den Tod seines Vaters und eines Bruders miterleben, was ihn tief erschütterte. Von da an übernahm er gewissermaßen die Versorgerrolle seiner Familie. In der Folgezeit wurden seine Werke schwerer und symbolgeladener und die Allgemeinheit hatte wenig Verständnis für die Art der Darstellung von Nacktheit. Doch Klimt war bereits populär und erfolgreich genug, um seiner Fantasie freien Lauf zu lassen. Zu den gängigsten Motiven Gustav Klimts zählten ausgesprochen reich verzierte Frauenporträts. Zudem hat er eine Reihe unglaublich beeindruckender Landschaftsmalereien geschaffen. Er verstarb 1918 im Alter von 56 Jahren an einem Schlaganfall.

Warum sind manche Werke so teuer?

Die Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters. Und verblüffenderweise sind manche der wohlhabenderen Betrachter bereit dazu, unvorstellbare hohe Preise für Kunstwerke zu zahlen, nur um sie dann zeitweise ihr Eigen nennen zu können. Vielen Menschen, die allgemein nicht mit der Materie und dem Gebaren des Kunstmarktes vertraut sind, ist es immer wieder ein Rätsel, wieso ein Kunstwerk zu einem höheren Preis verkauft wird, als es beispielsweise kosten würde, eine Vielzahl moderner Gebäude zu errichten, die einen „echten Nutzen“ hätten.

Im Jahr 2018 wurde beispielsweise ein Werk des deutschen Künstlers Gerhard Richter für 1,1 Millionen Euro erworben (Gemälde: Spiegel, blutrot, 1991). Das Verblüffende daran ist, dass darauf nichts abgebildet ist als schwach nuancierte dunkle Rottöne. Der Wert des Bildes könnte sich rational nur damit erklären lassen, dass Gerhard ein zeitgenössischer Künstler ist, der noch lebt. Ein Werk des renommierten und angesehenen Künstlers Gerhard Richter für etwas mehr als eine Million Euro ist somit sogar noch vergleichsweise günstig, wenn man bedenkt, dass die Preise der Richter-Werke sich nach seinem Tod vermutlich exorbitant steigern dürften.

Der Einfluss und die Bekanntheit des Künstlers entscheiden seit jeher darüber, ob seine Werke attraktive Spekulationsobjekte des Kunstmarktes sind. Anhänger der Kunstszene versuchen oft, die kulturelle und historische Bedeutung der Werke in den Vordergrund zu stellen. Die wenigsten würden vermutlich zugeben, dass sie die Werke als reine und sichere Geldanlage sehen und diese nur gekauft haben, um sie später mit einer entsprechend lohnenden Gewinnmarge wieder zu verkaufen. Nichtsdestotrotz muss man vielen der teuren Werke zugutehalten, dass es sich bei ihnen zumindest teilweise um einzigartige Exemplare handelt, die auch auf der persönlichen, assoziativen und emotionalen Ebene berühren können.

Das teuerste Werk der Welt

Im Jahr 2017 wurde das bis dato teuerste Werk aller Zeiten im New Yorker Auktionshaus Christies versteigert. Der zunächst anonyme Käufer erwarb das Gemälde mit dem Titel Salvator Mundi (Heiland der Welt). Es wird dem Ausnahme-Künstler Leonardo da Vinci zugeschrieben und soll um 1500 entstanden sein. Der Interessent bot die Rekordsumme von sage und schreibe 450 Millionen Dollar. Die Nachricht über den Verkauf verbreitete sich rasant. Bei einer solchen Summe scheint die Frage berechtigt, ob man für dasselbe Geld nicht eine Reihe von anderen Investitionen hätte tätigen können, die vielleicht sogar sicherer und vermutlich auch ergiebiger gewesen wären.

Beispielsweise hätte man sich in ein weltweit agierendes Unternehmen einkaufen können, was zu regelmäßigen Einnahmen und Dividenden geführt hätte. Viele sehen den Kauf als hochgradig riskant, da es derzeit nur relativ wenige Menschen auf dem Erdenball gibt, die dazu in der Lage wären, dem aktuellen Besitzer das Werk für einen logischerweise höheren Preis wieder abzukaufen. Vielleicht ist der Grund für solche passiven Erwerbe allein der, dass man die Käufe und Formalitäten vergleichsweise schnell über die Bühne bringen kann und dabei gleichzeitig auf einen Schlag in den Genuss erheblicher steuerlicher Vorteile kommt? Ebenfalls denkbar wäre, dass der Heiland der Welt der neue Publikumsmagnet in einem zuvor nicht so gut besuchten Museum wird.